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,Mobility Package‘: Kompromiss trägt nicht zur Entbürokratisierung bei

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DSLV zu Beschlüssen des EU-Verkehrsministerrats
Berlin, 4. Dezember 2018

Ein Scheitern des Mobilitätspakets, mit dem ein einheitlicher Ordnungsrahmen für den europäischen Straßengüterverkehr geschaffen werden soll, hat der Rat der Europäischen Union mit seinen jüngsten Beschlüssen zunächst verhindert. Allerdings muss im Rahmen des abschließenden Trilogs mit der EU-Kommission und dem Europäischen Parlament noch ein Feinschliff an dem Reformvorhaben erfolgen. Zu dieser Einschätzung kommt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) in einer ersten Einschätzung der Ratsergebnisse.

„Angesichts der gegensätzlichen Positionen zweier starker Länderblöcke musste eine Kompromisslinie gefunden werden, von der aber noch nicht abzusehen ist, ob sie sich in der Praxis bewähren wird“, gibt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster zu bedenken. „Dies gilt vor allem für die von den Verkehrsministern der Mitgliedstaaten beschlossene Ausgestaltung eines ,Lex Specialis‘, mit dem im internationalen Straßengüterverkehr die Entsendung von Beschäftigten geregelt werden soll.“

Während für Kabotageverkehre (sie sollen dem Entsenderecht unterliegen) und für Transitfahrten (hierfür sollen die Entsenderegeln nicht gelten) eindeutige und nachvollziehbare Regeln geschaffen wurden, haben die Verkehrsminister für grenzüberschreitende Transporte eine wenig praxistaugliche Lösung erdacht: Für Transportunternehmen, die so genannte ,bilaterale Transporte‘ zwischen dem Land ihres Unternehmenssitzes und einem weiteren EU-Mitgliedstaat durchführen und die während einer Tour unterwegs nicht mehr als zwei Sendungen be- oder entladen, soll das Entsenderecht im Ausland nicht gelten. Alle anderen grenzüberschreitenden Transporte wären dem Entsenderecht wieder unterworfen.

„Es ist wichtig, dass bei allen berechtigten Schutzinteressen für Lkw-Fahrer, die Umsetzbarkeit des neuen Rechts auch gewährleistet wird“, so Huster. Der DSLV hat stets ein ,Lex Specialis‘ zum Entsenderecht gefordert, das die Besonderheiten des Güterverkehrs als internationale und arbeitsteilige Dienstleistung berücksichtigt. Mit diesem Ergebnis sorgt der EU-Rat vor allem aber dafür, dass der administrative Aufwand für die Logistik steigt. „Ein Beitrag zur Entbürokratisierung der Branche ist dies nicht gerade“, kritisiert Huster. Wichtig ist außerdem, dass die Kontrolldichte und -effizienz der Überwachungsbehörden spürbar steigt. Ansonsten stagnieren auch die Bedingungen für Fahrer auf bisherigem Niveau. „Es bringt nichts, weitere Gesetze zu erlassen und deren Einhaltung dann auch nicht zu überwachen.“

Große Erwartungen hat Brüssel dabei an die digitale Überwachung durch den ,Smart Tachograph‘. Ob dieser ab dem Jahr 2024 dann auch den Praxistest besteht, bleibt abzuwarten.

Einheitliche Kabotagevorschriften tragen ohne Zweifel zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen auf nationalen Transportmärkten bei. Fraglich ist hingegen, ob angesichts Fahrermangel und derzeit begrenzten Laderaums eine fünftägige
,Cooling off-Periode‘, in der ausländische Transportunternehmen im Anschluss an ein Kabotageintervall nicht mehr im Inland tätig werden dürfen, Ressourcen nicht zu sehr blockiert. Hiermit stellt der EU-Rat Effizienz- und Umweltaspekte zu Gunsten geschützter nationaler Märkte nach wie vor zurück.


Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistikbranche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit knapp 580.000 Beschäftigten.

Pressekontakt:
Markus Wolters
Referent Presse und Öffentlichkeitsarbeit
DSLV Deutscher Speditions- und
Logistikverband e. V.
Unter den Linden 24 | Friedrichstraße 155-156
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CargoLogistikLuftfahrtSpedition

Marktpartner müssen Luftfrachtabfertigung gemeinsam optimieren

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Erfolgreiche DSLV-Luftfrachttagung in Frankfurt a. M.

Berlin, 22. November 2018

Das Voranmeldeverfahren bei der Frachtanlieferung und -abholung am Flughafen Frankfurt hat sich grundsätzlich bewährt und soll nutzerorientiert fortentwickelt werden. Dieses Resümee zogen rund hundert Vertreter von Speditionen auf der diesjährigen Luftfrachttagung des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) am 21. November 2018.

Gleichzeitig fordern die Luftfrachtspediteure die umfassende Beteiligung weiterer mengenstarker Abfertiger an dem Voranmeldeverfahren. Während sich bereits mehr als fünfhundert Speditionen und Luftfracht-Truckingunternehmen im Buchungssystem registriert haben, beteiligt sich mit Implementierung eines Rampensteuerungssystems bislang nur ein Abfertiger am Luftfrachtstandort Frankfurt.

„Die Marktpartner der Luftfracht-Logistikkette müssen jedoch gemeinsam Lösungen für eine effiziente Luftfrachtabfertigung umsetzen, um die Stärke des Luftfrachtstandortes Deutschland zu festigen“, so Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV.

Das Slotbuchungsverfahren wurde im Mai 2018 am Frankfurter Flughafen mit dem Ziel gestartet, die Verkehrssteuerung an den Be- und Entladerampen zu optimieren. Hierauf hatten sich der DSLV und sein Landesverband Hessen/Rheinland Pfalz (SLV) mit den Cargo Handling Agenten und der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport verständigt. Mit einer effizienten Rampenorganisation sollen ausufernde Wartezeiten und massive Verzögerungen bei der Luftfrachtabfertigung wie im Herbst 2017 künftig vermieden werden.

Im Rahmen der DSLV-Luftfrachttagung berichtete zudem Dr. Mareike Bartkowski, Regierungsdirektorin im Bundesverkehrsministerium, über aktuelle internationale Entwicklungen in der Luftfrachtsicherheit und erläuterte bestehende Vereinbarungen im Verhältnis zu den USA und anderen Drittstaaten. Insbesondere die kurzfristig übermittelten Sicherheitsanordnungen („Emergency Amendments“) der US Transportation Security Administration (TSA) sorgen immer wieder für Verunsicherung in der Luftfrachtbranche. Der DSLV fordert daher das Bundesverkehrsministerium auf, sich im Rahmen der EU Verhandlungen mit der TSA für mehr Transparenz und Planbarkeit einzusetzen.


Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistikbranche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit knapp 580.000 Beschäftigten.

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AllgemeinLogistikSpeditionVerkehr

Viele gefährliche Fahrzeuge kommen aus Deutschland baua: Bericht „Gefährliche Produkte 2018“ erschienen

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Dortmund (ots) – Im Jahr 2017 meldeten die europäischen Marktüberwachungsbehörden 2.199 risikobehaftete Produkte. Negativ fielen den Behörden besonders Spielzeug und Kraftfahrzeuge auf. Das zeigt die aktuelle Auswertung der im Rahmen des europäischen Schnellwarnsystems RAPEX europaweit gemeldeten Produkte. Wird gefährliches Spielzeug immer noch häufig in China hergestellt und exportiert, kommen hingegen viele gefährliche Kraftfahrzeuge aus Deutschland. Diese und weitere Fakten enthält der Bericht „Gefährliche Produkte 2018“, den die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) als zentrale Meldestelle in Deutschland jetzt herausgegeben hat.

Die deutschen Marktüberwachungsbehörden haben im vergangenen Jahr 331 RAPEX-Meldungen über gefährliche Produkte mit ernstem Risiko (höchste Risikostufe), die in Deutschland aufgefunden wurden, an die BAuA weitergeleitet. Die Zahl der Meldungen aus dem Bereich der Kraftfahrzeuge nimmt dabei bereits seit einigen Jahren stetig zu. Insgesamt 240 Meldungen der Kategorie Fahrzeuge wurden von den deutschen Marktüberwachungsbehörden gemeldet. Im Vergleich zum Jahr 2010 (46 Meldungen) hat sich die Zahl damit verfünffacht. Bei den Produkten handelte es sich hauptsächlich um PKW verschiedener Modelle, aber auch bei LKW, Omnibussen, Krafträdern sowie bei Wohnmobilen wurden ernste Risiken ermittelt. 142 der 331 gemeldeten Produkte und damit ein Anteil von 42,9 Prozent kamen von deutschen Herstellern. Dabei stammten 138 der 142 gefährlichen Produkte von deutschen Automobilherstellern oder Zulieferern.

Eine weitere interessante Entwicklung offenbart der Jahresbericht im Hinblick auf zurückgerufene Fahrzeuge, deren Stückzahl seit 2014 rasant ansteigt. Insgesamt wurden europaweit mehr als 32,1 Mio. Fahrzeuge aufgrund ernster Risiken gemeldet und zurückgerufen. Zunehmend sind mehr „junge“ Fahrzeuge betroffen. Das sind Fahrzeuge, die bereits im Jahr ihrer Produktion oder im Folgejahr von den Herstellern zurückbeordert und nachgebessert werden. Kürzere Entwicklungszeiten und häufigere Modellwechsel könnten mögliche Ursachen hierfür sein.

Auf dem deutschen Markt wurden auch gefährliche Produkte entdeckt, die gegen die REACH-Verordnung verstoßen haben. Insgesamt wurden 37 Produkte aufgrund erhöhter Konzentrationen chemischer Stoffe gemeldet. Hierbei handelte es sich fast ausschließlich um Kleidungsstücke aus Leder, bei denen der Chromgehalt deutlich überschritten wurde. Auch bei 19 elektrischen Betriebsmitteln mussten die Marktüberwachungsbehörden schwerwiegende Mängel feststellen.

Eine Auswertung von Unfallberichten zu tödlichen Arbeitsunfällen mit technischen Produkten vervollständigt den Bericht. Im Jahr 2017 erreichten die BAuA von den von den Aufsichtsbehörden im Arbeitsschutz bis zum Stichtag 143 Unfallmeldungen, davon 105 mit Produktbezug. Eine detailliertere Auswertung der Produkte, die unter die Maschinenrichtlinie fallen, zeigt, dass an vielen Unfällen LKW (20,5 Prozent) beteiligt waren. (Erd-)Baumaschinen wie Bagger, Kräne oder Radlader nehmen in Summe einen Anteil von etwa 29 Prozent ein. Der Bericht schließt mit den amtlichen Bekanntmachungen in 2017 ab.

„Gefährliche Produkte 2018. Informationen zur Produktsicherheit“; Isabell Bentz, Dr. Tobias Bleyer, Jochen Blume, Marie Pendzich, Katharina Kriegler-Schmidt; 1. Auflage; Dortmund/Berlin/Dresden; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2018; DOI 10.21934/baua:bericht20180822; 68 Seiten. Den Bericht im PDF-Format sowie weitere Informationen zur Produktsicherheit gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.produktsicherheitsportal.de.

 

Quelle: presseportal.de

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LogistikWirtschaft

Lohnentwicklung verteuert Systemverkehre erneut

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DSLV-Index: Abwicklungskosten im Stückgutmarkt um 6,6 Prozent gestiegen

Berlin, 14. September 2018. Erneut war die Entwicklung der Personalkosten für einen signifikanten Anstieg der sen-dungsbezogenen Prozesskosten im Stückgutmarkt verantwortlich. Der Vergleich der beiden ersten Halbjahre 2017 und 2018 ergab einen Anstieg der Systemkosten um 6,6 Prozent. Dies ist das Ergebnis des jetzt aktualisierten „Kostenindex Sammelgutspedition“ des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV), der regelmäßig bei führenden deutschen Stückgutnetzen ermitteltet wird.

Mit einem Anstieg um 10,3 Prozent pro Sendung liegen die Personalkosten deutlich vor der Entwicklung der Treibstoffkosten (plus 2,5 Prozent). Wie bereits in der letzten Kostenuntersuchung (12/2016 bis 12/2017) ist die Verknappung des Fachkräfteangebots und hier vor allem der Fahrermangel im Fernverkehr sowie im regionalen Verteilerverkehr der Stückgutnetze deutlich spürbar. Mit 5,2 Prozent trugen die Personalkosten zum Anstieg der Gesamtkosten bei. Die Entwicklung der Treibstoffkosten war mit knapp 0,3 Prozentpunkten weniger relevant.

Die Sachkosten entwickelten sich mit einer Erhöhung um 2,9 Prozent relativ verhalten. Dass im Berichtszeitraum (06/2017 bis 06/2018) auch die Mautkosten um 2,1 Prozent stiegen, ist auf die weitere Umstellung der Fuhrparks zurückzuführen. Im Nahverkehr lösen effizientere 12 und 18 Tonnen-Lkw für die direkten Zustellung und Abholung von Waren bei Industrie und Handel zunehmend 7,5 Tonnen-Fahrzeuge ab. Der mit mautbefreiten Fahrzeugen zugestellte Sendungsanteil liegt inzwischen unter 10 Prozent.

Ein deutlicher Anstieg der Mautkosten ist hingegen für die beiden kommenden Berichtshalbjahre durch die regionale Mautausweitung zum 1. Juli 2018 um zusätzliche 37.000 Kilometer und durch die zu erwartende Anhebung der Lkw-Mautsätze zum 1. Januar 2019 zu erwarten.

Geändert hat sich auch die Gewichtung der Kostenarten im „Kostenindex Sammelgutspedition“. Die Personalkosten haben bei den Systemverkehren inzwischen einen Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent, die Sachkosten belaufen sich auf 35,6 Prozent, die Treibstoffkosten betragen 10,9 Prozent und der Mautkostenanteil liegt bei 3,1 Prozent.

Als Benchmark für den Stückgutmarkt wird der „Kostenindex Sammelgutspedition“ im Auftrag des DSLV in Halbjahresabständen durch das Steinbeis Beratungszentrum Forwarding and Logistics Center (FORLOGIC) erstellt. An der Erhebung beteiligen sich 90 Depots der Stückgutnetze der Speditionen und Speditionskooperationen 24plus, CargoLine, Emons, Honold, IDS, ILN, ONLINE Systemlogistik, Schenker Deutschland, VTL und Zufall.

Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistik-branche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit knapp 580.000 Beschäftigten.

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DSLV Deutscher Speditions- und
Logistikverband e. V.
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AllgemeinLogistikVerkehr

Versicherungstipp: Rechtsfahrgebot – das sollten Autofahrer auf vielspurigen Straßen beachten

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Saarbrücken (ots) – Laut einer aktuellen forsa-Umfrage (1) im Auftrag von CosmosDirekt entscheidet sich knapp ein Drittel aller Autofahrer (32 Prozent) auf Autobahnen mit mehr als zwei Fahrspuren am liebsten für die Mitte.

– Der rechte Fahrstreifen ist dabei weder eine „Sonntagsfahrer-Bahn“ noch eine Lastwagen-Spur, denn das Rechtsfahrgebot ist gesetzlich geregelt.
– Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt, erklärt die Dos und Don’ts auf Fahrbahnen mit mehr als zwei Spuren.

Was viele Autofahrer nicht wissen: Bereits Napoleon Bonaparte führte zu seiner Zeit das Rechtsfahrgebot im Straßenverkehr ein. Allerdings fährt heutzutage knapp ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) bevorzugt auf dem mittleren Fahrstreifen. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland. Dabei ist das Rechtsfahrgebot in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben: Fahrzeuge im öffentlichen Verkehrsraum müssen möglichst weit rechts fahren bei Gegenverkehr, Überholvorgängen oder unübersichtlichen Straßenabschnitten, weil dies zum besseren Verkehrsfluss beiträgt. Freie Fahrstreifenwahl gilt dagegen im Stadtgebiet für Kraftfahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Was genau Autofahrer auf Fahrbahnen mit mehr als zwei Spuren beachten sollten, erklärt Kfz-Versicherungsexperte Frank Bärnhof.

DIE LIEBLINGSSPUR DER DEUTSCHEN: REGELVERSTOß ODER ERLAUBT?

Ein Drittel der deutschen Autofahrer bevorzugt die goldene Mitte. Doch müssen sie sich nicht früher oder später von ihrer Lieblingsspur trennen, um das Rechtsfahrgebot einzuhalten? Nicht immer, denn die gesetzliche Regelung lässt unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen zu. CosmosDirekt-Experte Frank Bärnhof erklärt, welche Sonderregelung außerhalb geschlossener Ortschaften mit mehr als zwei Fahrspuren gilt: „Kraftfahrzeuge dürfen den mittleren Fahrstreifen durchgängig befahren, wenn zumindest hin und wieder rechts davon ein Fahrzeug fährt. Das Rechtsfahrgebot ist also abhängig von der jeweiligen Verkehrsdichte.“ Doch was bedeutet „hin und wieder“? Frank Bärnhof: „Sind viele Fahrzeuge unterwegs und ist die Zeitspanne für einen nächsten Überholvorgang somit sehr gering, kann man auf der mittleren Spur weiterfahren. Sind wenige Fahrzeuge unterwegs und kann die rechte Spur somit für längere Zeit genutzt werden, sollte man auch auf diese Spur wechseln.“

WANN DIE GOLDENE MITTE FÜR AUTOFAHRER TEUER WIRD

„Stört doch keinen.“ Auf der Autobahn ist alles frei, nur hin und wieder fährt vereinzelt ein Auto vorbei. Doch egal, ob freie Fahrt oder dichter Verkehr: „Wer außerorts auf einer Kraftfahrstraße oder Autobahn die linke oder mittlere Spur blockiert, obwohl rechtsseitig freie Fahrt ist, verstößt gegen das Rechtsfahrgebot“, warnt Frank Bärnhof. Mit 15 Euro Bußgeld wird das Nichtbenutzen der rechten Fahrbahnseite noch vergleichsweise milde geahndet. Weitaus tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer, wenn sie durch den Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot einen anderen Verkehrsteilnehmer behindern. In diesem Fall werden 80 Euro Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg fällig.

ACHTUNG SONNTAGSFAHRER!

Bummler auf der Überholspur kennt fast jeder Autofahrer. Dabei birgt das Linksfahren ein oft unterschätztes Gefahrenpotenzial: Zum einen, weil es andere Verkehrsteilnehmer provoziert, zum anderen, da sich das Unfallrisiko erhöht. Stößt man als Autofahrer auf einen sogenannten „Linksschleicher“, ist Vorsicht geboten – Fahrer sollten sich keinesfalls dazu verleiten lassen, rechts zu überholen. Sie riskieren außerhalb geschlossener Ortschaften ein Bußgeld von 100 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Auch innerhalb geschlossener Ortschaften gibt es bestimmte Ausnahmen, die es zu beachten gilt, weiß Frank Bärnhof: „Stadtautobahnen befinden sich zwar eindeutig innerorts – das Rechtsüberholen ist jedoch auch hier nicht erlaubt.“ Generell empfiehlt der Experte: „Wird die Mittelspur von einem Linksschleicher blockiert, sind weder Lichthupe noch dichtes Auffahren legitime Mittel, um sich freie Fahrt zu verschaffen. Es ist stattdessen ratsam, sich zurückfallen zu lassen und anschließend auf die linke Fahrbahn zu wechseln, um danach regelkonform zu überholen. Ein regelmäßiger Blick in den Rückspiegel und Blinkersetzen sollten dabei selbstverständlich sein.“

(1) Repräsentative Umfrage „Kfz-Sicherheit 2018“ des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt. Im April und Mai 2018 wurden 1.506 deutsche Auofahrer über 18 Jahren befragt.

(2) Bußgeldkatalog Rechtsfahrgebot: www.bussgeldkatalog.org/rechtsfahrgebot

(3) Bußgeldrechner Rechts überholen: www.bussgeldrechner.org/rechts-ueberholen.html

Bei Übernahme des Originaltextes im Web bitten wir um Quellenangabe: www.cosmosdirekt.de/versicherungstipp-rechtsfahrgebot

Weitere Veröffentlichungen zu dieser und zu weiteren Umfragen finden Sie unter: www.cosmosdirekt.de/presse/veroeffentlichungen.

Quelle: presseportal.de

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