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Was die Deutschen bewegt: 10 überraschende Fakten aus der Markt-Media-Studie b4p 2018

10 überraschende Fakten aus der Markt-Media-Studie b4p 2018

München (ots) – Sie ist der Schlüssel zu den Wünschen, dem Kaufverhalten und der Mediennutzung deutscher Konsumenten: Ab sofort steht die diesjährige best for planning (b4p) zur Verfügung – Deutschlands umfassendste Markt-Media-Studie. Neben aktualisierten Daten präsentiert b4p 2018 jetzt neu Insights zu Influencern und Tech-Entwicklungen. Und b4p 2018 hält auch einige überraschende Fakten bereit. Zehn „Fun Facts“:

1. Das darf was kosten

Bei Sportartikeln, Unterhaltungselektronik, Ausgehen, Mode, ihren Hobbies und Kosmetik/Düfte leisten sich die Millennials* überproportional gerne die allerbeste Qualität. Bei der Wahl ihres Smartphone legen 41,7% und damit überdurchschnittlich viele in dieser Altersgruppe starken Wert auf die Marke. Auch bei Computern und Spielekonsolen ist die jüngere Generation überdurchschnittlich markenbewusst. Bei Haushaltsgeräten (z.B. Waschmaschinen) achten 23,1% der Millennials*, und damit überproportional viele, häufig auf den Preis.

2. Nicht stören, ich lese

Auch jüngere Konsumenten sind Print-affin: 42% der 14- bis 39-Jährigen lesen Zeitschriften bei Freunden oder Bekannten. 51% geben an, dass Tageszeitungen ihnen bei der Meinungsbildung helfen.

3. Mach ich selbst

Von wegen Männerdomäne: Von den Heimwerkern, Do-it-yourself- Begeisterten und Bastlern sind 33,5% Frauen. 19% der Frauen geben an, dass sie sich mindestens gelegentlich mit Heimwerkern, Do-It-Yourself oder Basteln beschäftigen.

4. Im Schuhhimmel

Frauen kaufen öfter Schuhe? Stimmt. Von den Befragten, die sich mindestens alle drei Monate neue Schuhe leisten, sind 62,8% weiblich – immerhin jede vierte Frau (9,07 Mio. Frauen). Bei den Männern sind es „nur“ 15% bzw. 5,37 Millionen. Dafür greifen die Männer etwas tiefer in die Tasche: 29% der Männer würden zwischen 100 bis 200 Euro für ein neues Paar ausgeben – bei den Frauen sind es 25%.

5. Der kleine Unterschied

Frauen können nicht einparken und Männer nicht nach dem Weg fragen? Schaut man sich die gewünschte Autoausstattung an, könnte man das unterschreiben: Nach Klimaanlage und Sitzheizung liegt bei Männern das Navi (59,6%) auf Platz 3. Den Frauen ist die elektronische Einparkhilfe (54,5%) hingegen wichtiger als das Navigationssystem (51,2%).

6. Tierisch

Dass Frauen Katzen überdurchschnittlich lieber mögen als Männer, ist nicht überraschend. Männer halten hingegen überproportional häufig Fische. Über 60 Jährige haben zudem überdurchschnittlich häufig einen Vogel – als Haustier.

7. Echt Blond?

Die häufigste Haarfarbe auf deutschen Köpfen ist nicht blond, sondern braun: 39,1% der Deutschen haben braune Haare, gefolgt von grau (21,5%), auch wenn das keine richtige „Farbe“ ist. Der haarige Unterschied: Von den Blonden insgesamt sind 69,7 % weiblich, doppelt so viele wie Männer. Ob das Fake ist oder echt? Zumindest geben 88 Prozent der Blondinen an, nie Haarfärbemittel oder Blondierung zu benutzen.

8. Der wahre Hauptgewinn?

Verheiratete Personen spielen besonders häufig Lotto (Lotto am Samstag oder Lotto am Mittwoch): 42% spielen mindestens selten Lotto – im Vergleich zu 35% der Gesamtbevölkerung.

9. Aus mit smsen…

…jetzt wird gewhatsappt! Die Nutzung von Messengerdiensten wie WhatsApp ist weiterhin auf dem Vormarsch: Während 2015 noch 69% der unter 50-Jährigen Nachrichten über Instant Messenger verschickten (2016 72%; 2017 81%), sind es heute bereits 88%.

10. Einfach mal abschalten

Immerhin 40% der Deutschen schalten ihr Mobiltelefon manchmal aus, um nicht ständig erreichbar zu sein. Insbesondere Personen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren machen dies überdurchschnittlich oft.

*Millennials definiert als Personen im Alter von 19 bis 38 Jahren = geboren von 1980 bis 1999

Die b4p wird von der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) herausgegeben. Weitere Informationen zur best for planning (b4p) finden Sie unter http://gik.media

 

Quelle: presseportal.de

Bildquelle: „obs/Hubert Burda Media/Rechte: GIK/HBM zur b4p 2018“

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AllgemeinVeranstaltungenVerkehrWirtschaft

Eröffnungsbericht: MOTORWORLD Classics Berlin 2018 eröffnet – Erste Impressionen von der „Langen Nacht der Oldtimer“ und die Programmhighlights der nächsten Tage

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Berlin (ots) – Heute um 17 Uhr haben sich die Türen zur Motorworld Classics Berlin 2018 geöffnet. Mit der „Langen Nacht der Oldtimer“ ist damit die vierte Ausgabe der charmanten Oldtimer-Messe gestartet. Noch bis zum 7. Oktober 2018 haben die Besucher die Möglichkeit, sich täglich von 9 bis 18 Uhr in zehn Messehallen über klassische Automobile zu informieren, ihre eigenen historischen Fahrzeuge im 20.000 Quadratmeter großen Sommergarten zu präsentieren und mit stilechtem Programm und nostalgischem Ambiente in goldene Zeiten einzutauchen.

Die Highlights der Messe

BMW Group Classic präsentiert das BMW Art Car von Andy Warhol und der PS.SPEICHER zeigt mit einem Peel P50 das kleinste Auto der Welt. Am Samstag stellen beim ersten „Concours de Nonchalance“ junge Klassiker-Fahrer ihre Fahrzeuge vor und die IG-T3 hat an diesem Tag zum ersten großen VW-Bulli-Treffen unter dem Funkturm eingeladen. Auf dem Podium im Palais am Funkturm diskutieren am Samstag acht Experten über „Oldtimer und Zukunft“, Jörg Tissat und Frank Lucas berichten im MotorTalk am Freitag und Sonntag über ihre Charity Challenge durch die USA und Heidi Hetzer bringt am Freitag und Samstag ihr neues Buch „Ungebremst leben“ mit auf die Messe. Darüber hinaus können die Besucher im Motorraum in Halle 16 einem Könner über die Schulter schauen: Sven Dühring, Inhaber der Werkstatt „Das Altblechwerk“, baut vor Ort den Motor eines VW Golf 1 (Baujahr 1977) aus seinen Einzelteilen zusammen.

Am Sonntag zeichnet die Motorworld Classics Berlin die drei besten Clubauftritte und die außergewöhnlichsten Exponate der Aussteller mit den Goldenen Bären in den Kategorien „Dit Originalste“, „Dit Seltenste“, „Dit Knuffigste“ und „Dit Beste“ aus. Aber auch die Besucher können an einem „Style Contest“ teilnehmen: Gesucht wird an allen Tagen der beste nostalgische Look.

Die LADYs, das Rufus Temple Orchestra und die „Herr’n von der Tankstelle“ nehmen das Publikum musikalisch mit auf Zeitreise. DJane Manu Tanzratte und DJ Johnny Burnette sind an allen Tagen im Palais am Funkturm an den Reglern und legen Musik der 30er, 40er und 50er Jahre auf. Ebenfalls mit auf eine nostalgische Reise nimmt die Besucher der Zille-Bus. Mehrmals pro Tag fährt die Berliner Bus-Ikone von der Messe zum Charlottenburger Schloss und wieder zurück. Sehen und gesehen werden – auch dafür gibt es auf der Motorworld Classics Berlin reichlich Gelegenheit. Alle privaten Oldtimer mit Mindestalter 30 Jahre sind herzlich eingeladen, kostenlos im Sommergarten zu parken. Auch private Fahrzeugverkäufer, die ihren Klassiker nicht in der Halle ausstellen möchten, können hier einen Stellplatz buchen. Bei der Einfahrt in den Sommergarten werden alle Fahrzeuge charmant und professionell von Moderator und Szene-Kenner Johannes Hübner begrüßt.

Öffnungszeiten:

Donnerstag, 4. Oktober 2018: 17.00 bis 22.00 Uhr „Lange Nacht der
Oldtimer“
Freitag und Samstag, 5. und 6. Oktober 2018: 09.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag, 7. Oktober 2018: 09.00 bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise:

„Lange Nacht der Oldtimer“: 20,00 Euro

Einzel-Tageskarte Freitag, Samstag und Sonntag: 16,00 Euro Familien-Tageskarte (2 Erwachsene, 3 Kinder): 30,00 Euro VIP-Tageskarte AVUS *: 99,00 Euro

* Zugang zur AVUS-Lounge mit Catering, auch gültig am Donnerstag, VIP-Parkplatz

Weitere Informationen:
www.motorworld-classics.de
www.messe-berlin.de

Über die MOTORWORLD Classics Berlin

Vom 4. bis 7. Oktober 2018, in Deutschlands internationalster Metropole mit großer Automobilgeschichte, schaffen die historischen Hallen der Messe Berlin und der Sommergarten unterm Funkturm erneut viel Raum für eine ganze Welt im Stil der guten Zeiten. Die Oldtimer-Messe Motorworld Classics Berlin ist ein Erlebnis nicht nur für Fahrzeugliebhaber und -sammler, Auto-Clubs und Szenefans. Ein stilvolles Ambiente mit viel Lifestyle lockt auch zunehmend Publikumsbesucher an. Nationale und internationale Automobilhersteller mit historischen Wurzeln, Top-Händler, Technik-Spezialisten für Automobilraritäten, Zubehör- und Accessoire-Anbieter, zahlreiche engagierte Clubs der Szene und private Verkäufer werden ihre Produkte und Dienstleistungen zur Schau und zum Verkauf stellen. Veranstalter der Oldtimer-Messe, die jährlich ihre Tore öffnet, sind die MoWo Messe- und Veranstaltungs GmbH & Co. KG und die Messe Berlin GmbH.

Quelle: presseportal.de

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AllgemeinSpeditionVerkehrWirtschaft

TÜV-Verband zur Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen

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Berlin (ots) – +++ Hardware-Nachrüstungen sind technisch möglich, um Schadstoffausstoß zu reduzieren

+++ Keine einheitliche Lösung für alle Fahrzeuge

+++ Bei fachgerechtem Einbau und Überprüfung der Nachrüstung keine technischen Einschränkungen beim Fahrzeug

Vor der Koalitionsentscheidung zur Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen sagt der Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV) Dr. Joachim Bühler:

„Die technische Nachrüstung von gebrauchten Diesel-Fahrzeugen ist eine gute Möglichkeit, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Es gibt verschiedene Hardware-Lösungen, die nachträglich eingebaut werden können. Allerdings ist der Aufwand nicht unerheblich und es gibt keine einheitliche Lösung für alle Fahrzeugmodelle. Wichtig ist, dass sowohl die eingebauten Hardware- Lösungen als auch neue Software zur Reduktion von Emissionen im laufenden Betrieb verpflichtend auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Dafür müssen entsprechende Prüf- und Testverfahren entwickelt werden.“

Zu den Bedenken vieler Autobesitzer gegenüber Hardware-Nachrüstungen ergänzt Bühler:

Autobesitzer profitieren von einer technischen Nachrüstung, weil sie den Wertverlust von Diesel-Fahrzeugen mindert oder sogar komplett ausgleicht. Um die Leistungsfähigkeit ihres Fahrzeugs müssen sie sich keine Sorgen machen, wenn eine zugelassene Hardware von einer Fachwerkstatt eingebaut wird und eine Anbaubegutachtung erfolgt.“

 

Quelle: presseportal.de

 

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LogistikWirtschaft

Lohnentwicklung verteuert Systemverkehre erneut

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DSLV-Index: Abwicklungskosten im Stückgutmarkt um 6,6 Prozent gestiegen

Berlin, 14. September 2018. Erneut war die Entwicklung der Personalkosten für einen signifikanten Anstieg der sen-dungsbezogenen Prozesskosten im Stückgutmarkt verantwortlich. Der Vergleich der beiden ersten Halbjahre 2017 und 2018 ergab einen Anstieg der Systemkosten um 6,6 Prozent. Dies ist das Ergebnis des jetzt aktualisierten „Kostenindex Sammelgutspedition“ des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV), der regelmäßig bei führenden deutschen Stückgutnetzen ermitteltet wird.

Mit einem Anstieg um 10,3 Prozent pro Sendung liegen die Personalkosten deutlich vor der Entwicklung der Treibstoffkosten (plus 2,5 Prozent). Wie bereits in der letzten Kostenuntersuchung (12/2016 bis 12/2017) ist die Verknappung des Fachkräfteangebots und hier vor allem der Fahrermangel im Fernverkehr sowie im regionalen Verteilerverkehr der Stückgutnetze deutlich spürbar. Mit 5,2 Prozent trugen die Personalkosten zum Anstieg der Gesamtkosten bei. Die Entwicklung der Treibstoffkosten war mit knapp 0,3 Prozentpunkten weniger relevant.

Die Sachkosten entwickelten sich mit einer Erhöhung um 2,9 Prozent relativ verhalten. Dass im Berichtszeitraum (06/2017 bis 06/2018) auch die Mautkosten um 2,1 Prozent stiegen, ist auf die weitere Umstellung der Fuhrparks zurückzuführen. Im Nahverkehr lösen effizientere 12 und 18 Tonnen-Lkw für die direkten Zustellung und Abholung von Waren bei Industrie und Handel zunehmend 7,5 Tonnen-Fahrzeuge ab. Der mit mautbefreiten Fahrzeugen zugestellte Sendungsanteil liegt inzwischen unter 10 Prozent.

Ein deutlicher Anstieg der Mautkosten ist hingegen für die beiden kommenden Berichtshalbjahre durch die regionale Mautausweitung zum 1. Juli 2018 um zusätzliche 37.000 Kilometer und durch die zu erwartende Anhebung der Lkw-Mautsätze zum 1. Januar 2019 zu erwarten.

Geändert hat sich auch die Gewichtung der Kostenarten im „Kostenindex Sammelgutspedition“. Die Personalkosten haben bei den Systemverkehren inzwischen einen Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent, die Sachkosten belaufen sich auf 35,6 Prozent, die Treibstoffkosten betragen 10,9 Prozent und der Mautkostenanteil liegt bei 3,1 Prozent.

Als Benchmark für den Stückgutmarkt wird der „Kostenindex Sammelgutspedition“ im Auftrag des DSLV in Halbjahresabständen durch das Steinbeis Beratungszentrum Forwarding and Logistics Center (FORLOGIC) erstellt. An der Erhebung beteiligen sich 90 Depots der Stückgutnetze der Speditionen und Speditionskooperationen 24plus, CargoLine, Emons, Honold, IDS, ILN, ONLINE Systemlogistik, Schenker Deutschland, VTL und Zufall.

Der DSLV vertritt als Spitzenorganisation die Speditions- und Logistik-branche sowie die Transportwirtschaft über alle Verkehrsträger hinweg (Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt sowie Luftfracht), einschließlich der Organisation, Bereitstellung, Steuerung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güterströme entlang der Lieferkette. Der DSLV repräsentiert über seine 16 Landesverbände etwa 3.000 Unternehmen mit knapp 580.000 Beschäftigten.

Pressekontakt:
Markus Wolters
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
DSLV Deutscher Speditions- und
Logistikverband e. V.
Unter den Linden 24 | Friedrichstraße 155-156
10117 Berlin
Telefon: +49 (0) 30 40 50 228-12
Telefax: +49 (0) 30 40 50 228-912
E-Mail: MWolters@dslv.spediteure.de
www.dslv.org

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Neue Luftqualitätsmessungen der Deutschen Umwelthilfe: 116 Städte und Gemeinden überschreiten NO2-Grenzwert

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Berlin (ots) – Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht Ergebnisse ihrer zweiten bundesweiten Citizen Science Messaktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ – Konzentration des Dieselabgasgifts Stickstoffdioxid (NO2) in Atemhöhe von Kindern besonders hoch – Messaktionen von Umweltverbänden und Rundfunkanstalten zeigen NO2-Grenzwertüberschreitungen in 41 bisher nicht amtlich untersuchten Städten und Gemeinden – Aktuelle DUH-Messaktion deckt NO2-Grenzwertüberschreitungen in Starnberg, Fürth, Trostberg, Garbsen, Laufen, Obersulm, Erlangen und Frechen auf.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat an 461 Messstellen in 233 Städten und Kommunen zum zweiten Mal die Belastung der Atemluft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) gemessen. Mittels Passivsammlern wurde vom 1. Juni 2018 bis zum 1. Juli 2018 mit Unterstützung zahlreicher Bürger die durchschnittliche Konzentration von NO2 in der Umgebungsluft ermittelt. Der Grenzwert für NO2 liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) im Jahresmittel. An 53 verkehrsnahen Messstellen wurden Werte von 40 µg/m3 oder mehr gemessen. Acht dieser Städte und Gemeinden gelten offiziell als unbelastet – da dort keine amtlichen verkehrsnahen offiziellen Messstationen existieren. Diese Städte und Gemeinden sind somit vom „Sofortprogramm Saubere Luft“ der Bundesregierung ausgeschlossen.
Bei den Sommermessungen der DUH wurden die höchsten NO2-Werte an Straßen in Bonn (77,2 µg/m3), Stuttgart (67,1 µg/m3), Kiel (59,7 µg/m3), Düsseldorf (59,2 µg/m3) und Hamburg (62,3 µg/m3) gemessen. In diesen Städten klagt die DUH bereits auf Diesel-Fahrverbote und die Durchsetzung der sauberen Luft, in Hamburg klagt der BUND.
Alarmierend hohe NO2-Werte oberhalb des gesetzlichen Grenzwertes wurden auch in Städten ermittelt, in denen bislang keine amtlichen und somit für die Bundesregierung relevanten Messungen durchgeführt werden. Dazu zählen: Starnberg (54,6 µg/m3), Fürth (50,7 µg/m3) Trostberg (50,3 µg/m3), Garbsen (48,0 µg/m3), Laufen (42,4 µg/m3), Obersulm (42,0 µg/m3), Erlangen (40,6 µg/m3) und Frechen (40,4 µg/m3). Werte knapp unterhalb des Grenzwertes, aber eindeutig gesundheitlich problematisch, wurden gemessen in Wolfratshausen (39,7 µg/m3), Füssen (39,4 µg/m3), und Kirchseeon (37,5 µg/m3). All diese Städte ohne offizielle Messstationen sind von den Fördermitteln der Bundesregierung im Rahmen des „Sofortprogramms Saubere Luft“ ausgeschlossen.
Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Wir haben in Deutschland ein flächendeckendes Problem mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid in unserer Atemluft. Unsere Citizen Science Messungen haben die Anzahl der Städte mit Grenzwertüberschreitungen auf 116 anwachsen lassen. Doch die Bundesregierung will nur den 65 Städten helfen, die eine amtliche Grenzwertüberschreitung ausweisen. Es müssen schnellstmöglich Maßnahmen für die ‚Saubere Luft‘ an den belastetsten Orten ergriffen werden. Die Bundesregierung muss ihre Hilfe auf alle Städte und Gemeinden ausdehnen, die unter gesundheitlich bedenklichen NO2-Werten leiden, und nicht nur die wenigen Dutzend Städte mit amtlichen Messpunkten finanziell unterstützen.“
Nicht nur alte und gesundheitlich vorbelastete Menschen, sondern auch Kinder sind durch die giftigen Abgase besonders gefährdet. Daher hat die DUH bei der zweiten Messreihe an ausgewählten Orten untersucht, wie die Konzentration des Schadstoffes auf Kinderhöhe von einem Meter ist und hat dies mit Messungen an gleicher Stelle in Höhe von zwei Metern verglichen.
Vor besonders sensiblen Standorten wie Kindertagesstätten wurden zum Teil erschreckend hohe Werte ermittelt: So ergaben Messungen auf einem Meter Höhe an einer Vorschule in der Berliner Torstraße eine Konzentration von 57,4 µg/m3, an einer Kindertagesstätte am Berliner Mehringdamm sogar von 60,9 µg/m3. In der Pragstraße in Stuttgart, unmittelbar am Tierpark, wurde ein Wert von 67,8 µg/m3 ermittelt.
An zahlreichen Messstellen konnte der geltende Grenzwert in zwei Metern Höhe zwar eingehalten werden, in einem Meter Höhe wurden jedoch Werte von 40 µg/m3 und mehr ermittelt. Unmittelbar vor einer Schule am Kieler Ostring Ecke Stoschstraße wurde ein Wert von 35,5 µg/m3 ermittelt; die Schulkinder waren jedoch in einem Meter Höhe Konzentrationen von 41,4 µg/m3 ausgesetzt. An einem Kindergarten an der Stammheimer Straße in Stuttgart wurden in zwei Metern Höhe 37,8 µg/m3 gemessen, auf Kinderhöhe aber 40,8 µg/m3. Auch auf der Hamburger Holstenstraße – einer Ausweichstrecke der Straßenabschnitte mit Diesel-Durchfahrtverbot – konnte der Grenzwert in zwei Metern Höhe zwar eingehalten werden, in einem Meter Höhe wurde der Grenzwert jedoch mit 48,5 µg/m3 deutlich überschritten.
Aktuelle Studien verschiedener Behörden und von der Industrie unabhängiger Institute zeigen, dass bedenkliche Gesundheitsschäden bereits ab einer Belastung von 20 µg NO2/m3 auftreten. Besonders für ältere Menschen, Schwangere und vor allem für Kinder ist diese Belastung gesundheitsgefährdend.
„In Ruhe atmen Erwachsene zwischen 15 und 20 Mal pro Minute. Kinder – je nachdem wie alt sie sind, je kleiner, desto höher ist die Atemfrequenz – atmen in Ruhe bis zu 40 Mal. Gleichzeitig sitzen Kinder natürlich deutlich seltener so still wie Erwachsene. Stattdessen sind sie aktiv und laufen viel, sodass Kinder auch im Alltag eine höhere Atemarbeit aufweisen. Eine Schadstoffbelastung in der Luft, zum Beispiel durch Stickstoffdioxid, wirkt dementsprechend bei Kindern intensiver als bei Erwachsenen“, erklärt Thomas Lob-Corzilius, Lungenfacharzt für Kinder und Jugendliche. „Gleichzeitig sind Kindernasen viel näher an einem Autoauspuff und damit an der Emissionsquelle. Der Verdacht liegt nahe, dass dort höhere Schadstoffbelastungen existieren. Generell können die Auswirkungen, die entstehen, wenn Kinder eine mit Stickstoffdioxid angereicherte Luft regelmäßig einatmen, auch dauerhaft sein. Eine aktuelle Meta-Analyse belegt: Das Asthmarisiko für Kinder steigt um 48 Prozent, schon bei Werten über 30 µg/m3, wobei der europäische Grenzwert bei 40 µg/m3 liegt.“ Lob-Corzilius fordert deshalb weitere Messungen auf ‚Kindernasen-Höhe‘.
Jürgen Resch: „Wir fordern nicht nur dringend die Einhaltung des seit 2010 verbindlich geltenden Grenzwertes von 40 µg/m3, sondern auch eine schnellstmögliche Absenkung auf 20 µg/m3. Selbst die Schweiz hat mit 30 µg/m3 bereits seit 1986 einen strengeren Luftqualitätswert als die EU.“
Zusammen mit dem NABU hat die DUH auch die NO2-Belastung an Häfen und Schiffsanlegern gemessen. An dem beliebten Hamburger Ausflugsziel St. Pauli-Landungsbrücken wurde unmittelbar am Schiffsanleger ein Stickstoffdioxid-Gehalt von 98,5 µg/m3 ermittelt. Weiter oben, auf der Promenade, lag der Stickstoffdioxid-Gehalt der Luft immer noch bei 54,5 µg/m3. Die Vielzahl der hier anlegenden Hafenfähren und Barkassen, aber auch vorbeifahrende Kreuzfahrtschiffe und Frachtschiffe emittieren unglaubliche Mengen an giftigem Stickstoffdioxid.
Dass die Messmethode nachvollziehbare Werte ermittelt, zeigt der Vergleich mit den Daten aus offiziellen Monitoring-Stationen aus dem gleichen Zeitraum. Die DUH hatte neben allen sechs offiziellen, verkehrsnahen Messcontainern in Berlin sowie an einem Messcontainer in Kiel Passivsammler installiert. Die Abweichungen zu den offiziellen, stundengenauen Werten liegen im Vergleichszeitraum im Schnitt bei lediglich 5,2 Prozent.
Die Ergebnisse dieser Citizen Science Untersuchungen, eine Übersicht über alle öffentlich zugänglichen amtlichen Messungen sowie Messungen des Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Rundfunkanstalten rbb, SWR und WDR sowie des Vereins Green City aus München können auf einer interaktiven Karte auf https://www.duh.de/abgasalarm eingesehen werden. Neben den 75 Städten, bei denen offizielle Messungen Grenzwertüberschreitungen belegen, zeigt diese Zusammenstellung Messwerte oberhalb der 40 µg/m3 in 41 weiteren Städten auf. Insgesamt ergibt das 116 Städte. Die Luftqualität dieser Städte wird nicht durch die zuständigen Behörden überwacht und konnte nur durch Messungen engagierter Anwohner und die wichtige Arbeit von Vereinen und Rundfunkanstalten aufgedeckt werden.
Hintergrund:
Nach der Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 27. Februar 2018 zur Rechtmäßigkeit von Diesel-Fahrverboten wurden in Hamburg nach Klage des BUND streckenbezogene Fahrverbote für Diesel umgesetzt, ebenso sind erste Diesel-Fahrverbote in Stuttgart in Planung. In den laufenden Gerichtsverfahren der DUH in derzeit insgesamt 28 Städten mit deutlichen Grenzwertüberschreitungen rechnet der Umwelt- und Verbraucherschutzverband mit weiteren gerichtlichen Entscheidungen, die zu Fahrverboten für Diesel schlechter als Abgasstufe Euro 5 noch in diesem Jahr getroffen werden. Zuletzt hatte die EU-Kommission im Laufe des Vertragsverletzungsverfahrens die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof wegen anhaltender Überschreitung de NO2-Jahresmittelwertes verklagt.
Von der Bundesregierung fordert die DUH die Ausdehnung des „Sofortprogramms für Saubere Luft“ auf alle Städte und Gemeinden mit gesundheitlich bedenklichen Werten, d.h. oberhalb von 20 µg/m3. Aus Sicht der DUH kann es nicht sein, dass die Bundesregierung nur den Städten und Gemeinden hilft, die eine amtliche verkehrsnahe Messstation haben. Um die notwendigen Diesel-Fahrverbote auf möglichst wenige Fahrzeuge zu beschränken, muss die Bundesregierung sicherstellen, dass schnell eine wirksame Hardware-Nachrüstung aller Diesel der Abgasnorm Euro 5+6 auf Kosten der jeweiligen Hersteller im Rahmen eines amtlichen Rückrufs erfolgt.
In ihrem jährlichen Bericht über die Luftqualität in Europa und die daraus resultierenden Gesundheitsschäden hatte die Europäische Umweltagentur EEA im Herbst 2017 die gesundheitlichen Folgen der NO2-Verschmutzung mit jährlich 12.860 vorzeitigen Todesfälle allein in Deutschland beziffert. Auch das Umweltbundesamt hat mit seiner am 8. März 2018 veröffentlichten Studie zu den Gesundheitsfolgen der NO2-Belastung unserer Atemluft davor gewarnt, dass schon bei Konzentrationen deutlich unterhalb des Grenzwertes jährlich über 800.000 Atemwegs-, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sowie 6.000 vorzeitige Todesfälle zu verzeichnen sind.

Quelle: presseportal.de

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